Future Fabrics

Smarte Kreislaufwirtschaft durch KI-Recycling

Niklas Uhl

Was machen wir mit Kleidung, die uns keine Freude mehr bereitet?

Alte Kleidung, die uns nicht mehr gefällt oder Mängel aufweist, landet oft im Altkleidercontainer.

Die Kleidung wird dann in anderen Ländern weiterverwendet oder auf einem Recyclinghof verwertet. Im besten Fall wird aus meinem T-Shirt irgendwann ein neues T-Shirt produziert.

Aber ist es wirklich so einfach? Nicht ganz!

 

Die globale Textilproduktion erzeugt jährlich Millionen Tonnen Abfall, was die Entwicklung effizienter

Recyclingprozesse zur Reduktion der Umweltbelastung und zur effektiveren Ressourcennutzung essenziell macht. Das Recycling synthetischer und halbsynthetischer Materialien ist zwar möglich, jedoch aufwändig und unrentabel. Insbesondere das Identifizieren und Trennen von Mischfasern stellt ein großes Problem dar. Um Garn derselben Qualität zu gewinnen, ist hochreines Ausgangsmaterial notwendig, was die derzeit verfügbaren Sortierlösungen nicht mit ausreichender Präzision ermöglichen. Eine automatisierte Sortierung von Altkleidern in wiederverwertbare und nicht wiederverwertbare Textilien, unterstützt durch KI, soll diese Probleme lösen. Ziel ist es, Kleidung für das Faser-zu-Faser-Recycling zu identifizieren und so einen geschlossenen Kreislauf zu schaffen, der dem Fast-Fashion-Problem entgegenwirkt. Einem hohen Konsum steht ein hoher Anfall von Abfällen gegenüber.


Was ist Future Fabrics?

Bei Future Fabrics handelt es sich um einen KI-basierten Textilscanner, der die Materialien von Altkleidern

scannt, in Kleiderkategorien sortiert und durch eine Trendanalyse aktueller Mode für den Second-Hand-Markt

aufbereitet. Future Fabrics gilt als effiziente Gesamtlösung im Recyclingprozess. Hierbei wird unterschieden, ob

es sich bei der Kleidung um ein recyclefähiges oder nicht-recyclefähiges Produkt handelt. Dies gelingt durch

eine Spektroskopie, in der die Zusammensetzung der Fasern KI-basiert erkannt wird. Hierbei wird auch erkannt,

ob die Kleidung schadstoffbelastet ist oder nicht. Ebenfalls kann hier die potenzielle Lebensdauer der Kleidung

vorhergesagt werden, wodurch es zu einer präzisen Abschätzung des Stoffkreislaufs kommt. Im nächsten

Prozessschritt wird die Kleidung sortiert. Hier gibt es verschiedene Kleidungskategorien und Qualitätsgruppen.

Im letzten Schritt kommt eine Analyse der aktuellen Trends, die mit einer selbstlernenden KI ausgestattet ist.

Materialerkennung

Analyse der Textilien, die in den Altkleidercontainer eingeworfen werden durch

KI-basierte Raman-Spektroskopie. Unter Raman-Spektroskopie versteht man die

spektroskopische Untersuchung der inelastischen Streuung von Licht an

Molekülen oder Festkörpern. Die Fasererkennung mit der bisher genutzten

Nahinfrarot-Spektroskopie ist zu ungenau. Bei wenigen Textilien, wie weißen

Bettlaken oder Jeans, lässt sich mit einiger Gewissheit sagen, aus welchem

Material sie bestehen und welche Schadstoffe sie beinhalten, sodass daraus neue

Textilien entstehen können. Die Raman-Spektroskopie ist hingegen in der Lage,

auch Mischgewebe präzise zu erkennen.

Sortierung

Die Europäische Union will durchsetzen, dass nicht mehr nutzbare Kleidung nicht

mehr in Drittstaaten exportiert wird und dort Abfall verursacht. So muss

zukünftig in Europa mehr sortiert werden, wofür es aktuell zu wenig Fachpersonal

gibt. Hier spielt zukünftig die KI-Erkennung eine wichtige Rolle. Durch die

zielgenaue Sortierung von Future Fabrics, können die Mitarbeiter des

Recyclingunternehmens durchatmen. Future Fabrics übernimmt jegliche

Sortierungsarbeit, wodurch der Fachkräftemangel eingedämmt wird.

Trendanalyse

Durch Future Fabrics wird der aktuelle Markt beobachtet, um auf aktuelle Trends

in der Modeindustrie zu reagieren. Durch die aktuellen Trends können die

geretteten Textilien den verschiedenen Sektoren des Second-Hand-Markts

perfekt zugeordnet werden. Die KI von Future Fabrics lernt durch neue Textilien

stets weiter und verbessert sich hierdurch kontinuierlich.


Wie sieht der veraltete Prozess aus?

Momentan wird die alte Kleidung noch händisch geprüft, was einen erheblichen Personaleinsatz erfordert.

Gerade in Zeiten von Personalmangel, welcher auch in der Recyclingindustrie vorhanden ist, benötigt es eine

zuverlässige KI wie Future Fabrics. In der unteren Galerie befindet sich der aktuelle Prozess eines

Recyclingunternehmens.


Anlieferung: Im ersten Schritt werden die Textilien angeliefert.

 

Sortierung: Bei der Sortierung wird in drei Sortierschritten vorgegangen. Bei der

Grobsortierung wird die Textilie durch das Personal händisch sortiert und in recyclefähig oder nicht-recyclefähig gruppiert.

Bei der Feinsortierung prüft und bewertet das Personal die Bekleidung. Hier wird die

Bekleidung in Gruppen (zum Beispiel T-Shirt, Mantel, Hose) und Kategorien (zum

Beispiel top-modisch, umweltfreundlich) eingeordnet. Bei der Nachsortierung wird

die Bekleidung in vier Qualitätsgruppen einsortiert. Diese sind von top bis schlecht zu

kategorisieren. Gute Kleidung gelangt am Ende in den Second Hand Markt, wobei

schlechte Kleidung verwertet wird.

 

Weiterverarbeitung: Hier kommt es in der Regel zu Downcycling, also die Produktion

von einem Produkt, das eine geringere Qualität und Funktionalität bietet (zum Beispiel ein Putzlappen).

 


Was verbessert Future Fabrics?

Future Fabrics durchläuft den gesamten Prozess mit nur einem großen effizienten Prozessschritt. Hierbei

übernimmt die Future Fabrics KI alle Prozessschritte, die sonst von einem Menschen durchlaufen werden

müssen. Aber nicht nur die Zeit- und Personaleinsparung, sondern auch die Erkennung der Materialeigenschaften

und der Zuordnung aktueller Trends sind von großem Vorteil. Eine besondere Fähigkeit der KI ist es,

schadstoffbelastete Textilien präzise zu identifizieren, was bisherige Grenzen der Materialerkennung überwindet

und neue Maßstäbe in Qualität und Nachhaltigkeit setzt. Future Fabrics ermöglicht es, den Prozess der

Textilwiederverwertung effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Sie reduziert den Bedarf an manuellem

Personal erheblich und bietet eine zuverlässige Alternative in Zeiten des Fachkräftemangels.


Zukunftsvision

Future Fabrics repräsentiert eine Zukunftsvision, in der die Textilindustrie einen geschlossenen Kreislauf erreicht

hat, der Abfall auf ein Minimum reduziert und Ressourcen effizient nutzt. Die Future Fabrics KI dient als ersten

Schritt in die KI-Standardisierung für das Textilrecycling. Unterstützt durch gesetzliche Maßnahmen der EU, die

den Export von nicht nutzbarer Kleidung in Drittstaaten verbietet, können bereits jetzt wichtige Meilensteine für

die Zukunft gelegt werden.

 

In einer idealen Zukunft wird Future Fabrics mobil! Hinzukommend zum Recycling in Recyclingunternehmen,

sollen in Zukunft auch Altkleidercontainer mit der Future Fabrics KI ausgestattet sein, die die Kleidung

automatisch sortiert und analysiert. Dies würde nicht nur die Recyclingrate erhöhen, sondern auch die

Modeindustrie dazu anregen, mehr recycelbare Materialien zu verwenden und umweltfreundlichere

Produktionsmethoden zu entwickeln. Durch kontinuierliches Lernen und Anpassungen an neue Textilien und

Modetrends könnte Future Fabrics zudem die Effizienz und Qualität des Recyclingprozesses stetig verbessern,

was letztlich zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Modewelt führt.


Lust auf mehr?

Trage heute die Zukunft und informiere dich auf dem Waterkant Festival am 14.06.2024 über das KI-Recycling mit Future Fabrics!

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KI-Tools

OpenAI. (2024). ChatGPT Version 4o DALL-E (Version 3). Verfügbar unter: https://chatgpt.com/

Quellen

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2020)

Mit Künstlicher Intelligenz Klima und Umwelt schützen, aufgerufen am 12.05.2024.

https://www.bmuv.de/pressemitteilung/mit-kuenstlicher-intelligenz-klima-und-umwelt-schuetzen/

 

Cetia

INNOVATION PLATFORM DEDICATED TO THE RECYCLABILITY OF TEXTILE AND LEATHER ARTICLES, aufgerufen am

16.04.2024.

https://cetia.tech/home-en/

 

CRTX AI (2021)

AI x OPTICS x CIRCULARITY, aufgerufen am 03.04.2024.

https://crtx.ai/

 

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Textilrecycling - Probleme und Lösungsansätze, aufgerufen am 23.05.2024.

https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/abfall/ressourcenschutz/Textilien/Alttextilien_endversion.pdf

 

HKRITA (2023)

Smart Garment Sorting for Recycling, aufgerufen am 03.04.2024.

https://www.hkrita.com/en/our-innovation-tech/projects/smart-garment-sorting-for-recycling

 

iXtenso (2021)

Recyclingfähigkeit: Sortierung von Alttextilien, aufgerufen am 03.04.2024.

https://ixtenso.de/retail-marketing/sortierung-von-alttextilien-zur-verbesserung-der-recyclingfaehigkeit.html

 

PURE LOOP

ISEC evo FibrePro:IV – die Textil Recycling Maschine, aufgerufen am 23.05.2024.

https://www.pureloop.com/de/textil-recycling-maschine/

 

refiberd (2023)

Advanced material detection via AI-based hyperspectral imaging, aufgerufen am 17.05.2024.

https://refiberd.com/technology/

 

Rieter

Com4 Recycling-Spinnsystem, aufgerufen am 23.05.2024.

https://www.rieter.com/de/produkte/systemanwendungen/recyclingsystem-von-rieter

 

SOEX (2024)

Closed Loop Recycling, aufgerufen am 09.06.2024.

https://www.soex.de/leistung/verwertung/

 

Striebel Textil

Unsere Sortierung im Detail, aufgerufen am 04.06.2024.

https://www.striebel-textil.de/index.php?Unsere-Sortierung-im-Detail

 

Sulzer AG (2024)

Bahnbrechende Technologie für Textil-Recycling, aufgerufen am 09.06.2024.

https://www.sulzer.com/de-ch/germany/shared/stories/groundbreaking-textile-recycling-technology

 

Technische Universität Berlin (2024)

Textile Recycling 4.0, aufgerufen am 04.06.2024.

https://www.tu.berlin/en/about/profile/press-releases-news/textile-recycling-40

Erklärung für KI-gestützte Textproduktion:

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